Montag, 23. Dezember 2013

Advent – der letzte Streich!

...ihr Kinderlein kommet!

Stimmungsvoll verabschieden wir uns in die Weihnachtspause und kredenzen den geneigten Besuchern unseres Blogs hier ein erstes Ergebnis unseres Aufrufs, uns die fertigen Bastelergebnisse fotografisch dokumentiert zuzusenden...et voilà: das erste Stimmungsbild! (Danke Kollegin!) Weitere Beiträge sind willkommen und erwünscht!


Und bevor der Weihnachtsmann allzu grimmig angesichts überbordender Netzaktivitäten drein schaut, wünschen wir nochmal von Herzen: Frohe Weihnachten!

(S.V. & D.P.)

Samstag, 21. Dezember 2013

Advent – der vierte Streich!

Mal selbst Hand anlegen!


Es ist soweit: das vierte und somit letzte Adventswochenende hat begonnen und wir posten unseren letzten Beitrag zur alljährlichen Adventsbasteleireihe! Und da wir bisher kein größeres Feedback erhalten haben, ob und wie unsere letzten drei Bastelvorschläge angekommen sind und womöglich gar umgesetzt wurden, erlauben wir uns den Spaß und wollen uns von euch überraschen lassen!
Sendet uns Beweisfotos der bisherigen Bastelergebnisse zu, macht eure Vorschläge und überrascht uns mit verwegenen Ideen für Handarbeiten und kreative Selbstmachideen zur Vorweihnachtszeit! Wir freuen uns auf eure Zusendungen!

(S.V. & D.P.)

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Ausflüge in die Dreidimensionalität. [17]

"Man sieht ja gar nichts...?"
Disco!


Wer wie ich oft (und gern in zigfacher Wiederholung) die alten Folgen von Raumschiff Enterprise vor dem Fernseher genossen hat, wurde vor knapp 10 Jahren überrascht, als die originalen Episoden aus den 60ern digital remastert wurden zum 40. Jubiläum der Reihe. Die Bewegtbilder wurden von Kratzern und Dreck befreit, die Effekte mal mehr, mal weniger sensibel überarbeitet und (für den deutschen Star Trek-Freund entscheidend) die Episoden komplett frei von mainzelmännischen Zensur-Schnitt ausgestrahlt – zumindest im Spartenprogramm.
Nach knapp 40 Jahren sah nun so manch fremder Planet tatsächlich nicht mehr so aus, wie der in der Woche davor; die Enterprise flog auch mal andersrum über die Mattscheibe und es gab Sachen zu sehen, die ursprünglich und im besten Falle nur kostensparende Lichtpunkte auf dem Bildschirm oder im schlechtesten Falle eine Zeile im Dialog waren. Eines dieser Objekte war das Raumschiff des wiederkehrenden Komödiantenschurken Mudd, der zusammen mit drei aparten Weltraumgrazien (unter Schönheitsdrogeneinfluss stehend – Science Fiction kann so schön sein!) von der Enterprise nach Verfolgungsjagd gerettet wurde, wobei eben jenes oben erwähnte Schiffchen zu Bruch ging. Ursprünglich war da nur die Rede von einem Klasse-J-Raumschiff und der Zuschauer konnte dann noch ein flirrendes Lichtobjekt erblicken, was über die Mattscheibe huschte. Nun ließ man sich zum Jubiläum nicht lumpen und kreierte zur digitalen Überarbeitung der Originalserie ein "echtes" Schiff. Zwar sieht man nur die "Rücklichter", aber die Phantasie ist in die richtige Richtung gelenkt und es juckt schon fragend in den geekigen Gehirnwindungen und klebrigen Fingern, wie das Teil eigentlich aussehen möge?



Wir hatten ja früher nichts...
Einen weiteren Hinweis auf Formgebung und Anmutung des pixeligen Haufens gab dann ein Besuch der von mir geschätzten Seite "Ex Astris Scientia", wo ich Screenshots und Hintergründiges fand, was verwertbar war. Denn: ein modifiziertes CGI-Modell diente auch für die Darstellung der S.S. Aurora aus der Episode "Reise nach Eden" – wenn man so will auch eine Hommage an die Improvisations- und Verwertungskünste der alten Serie, wo man nach Modifikationen aus dem Modell des Tholianerschiffs kurzerhand die Aurora machte.
Die besagten, in der remasterten Serie gezeigten Schiffchen der sogenannten J-Klasse, erinnern meiner Meinung nach in ihrer Formgebung entfernt an die Runabouts aus Star Trek Deep Space 9 – nur sind sie aerodynamisch-rundgelutschter, wirken improvisierter und reihen sich so in das Erscheinungsbild der alten Serie ein. Zusätzlich scheint es Unterschiede in Texturierung, Formdetails und Proportionen zu geben. So scheinen die Warp-Gondeln von Mudds Schiff kürzer und weiter vorn angebracht zu sein, als die ausladenden der Aurora. Auch ist die Farbgebung von Mudds J-Klasse-Schiff mit einem matteren grau passender als die merkwürdig "wilde" und hingerotzte Texturierung der Aurora. Letztere zeigt ja – und hier werden Erinnerungen an die Flash-Gordon-Raketenweltraumschiffe wach – diese enorm großen runden Fenster auf der Seite. Ist das noch zweckmäßig, oder schon Ausflugsdampfer?


Ich mach's mir selbst!
Das Internet schweigt – so oder ähnlich fühlt man sich als Eiferer, wenn man nach detailierteren Darstellungen sucht. Zwar existieren Screenshots, aber viel mehr auch nicht. So hieß das quasi in kriminalistischer Kleinarbeit die Proportionen, die Symmetrien, die Formen und Linienführungen zu rekonstruieren, um daraus ein plausibles Modell bzw. eine Rekonstruktion des Modells zu erstellen. Mit einer entsprechenden Modellzeichnung würde dann die Gestaltung eines 3D-Modells via SketchUp möglich sein, um in einem verwirrenden Hin und Her einen relativ genauen Plan des Modells im Adobe-Illustrator zu generieren. 
Grillfest.

Hasch mich...

Nun ja, es hat dann doch gut geklappt. Zwar habe ich an der einen und auch anderen Stelle etwas auszusetzen, aber die Anmutung ist stimmig, die Passgenauigkeit befriedigend und die Muße reichte sogar noch für einen halbherzigen Einrichtungsplan, um den imaginären Passagieren einen angenehmen Flug zu gönnen. Da es bis heute nach meinem Kenntnisstand keinerlei offizielle Detaildarstellung dieses Fluggeräts gibt, attestiere ich meiner Rekonstruktion eine gewisse Gültigkeit und Korrektheit.

Auf die Größe kommt es doch an!
Eine Herausforderung (neben den vielen Rundungen) innerhalb des Rekonstruktionsprozess' war die Problematik der Größe des Flugobjekts. Die Screenshots von Mudds Schiff sind diesbezüglich unbrauchbar, weil schlicht zu undifferenziert. Die Ansichten der Aurora dagegen werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Die absurd überproportionierten Fenster an den Seiten suggerieren auf der einen Seite zwei begehbare Ebenen im Schiffsinneren – aber diese Fenster müssen demnach zumindest auf der oberen Kabinenebene bodentief reichen oder anderweitig den Raum teilen. Ich bevorzugte die plausiblere und simplere Variante und entschied mich für zwei unterschiedliche Ebenen, die die Kabine in einen oberen Bereich mit Cockpit, Besatzungskabinen, Sitzgelegenheiten und Sanitäreinrichtungen (!) aufteilte und einen unteren Bereich mit Laderaum, Zugangsrampe und anderem Firlefanz. Verbunden sind diese beiden "Decks" über eine Wendeltreppe (weil platzsparend). Sobald ich diese Aufteilung festgelegt hatte, war auch die Skalierung kein Problem mehr, da mittels grafischen Dummys die Deckenhöhen, Abstände und Raumaufteilungen einigermaßen wohnlich gestaltbar waren.


Mal sehn...
Es wirkt sicherlich spleenig, merkwürdig oder absurd – aber diese im Wortsinn unfassbare Gestaltungsarbeit machte schon Spaß. Es ist gerade der Reiz etwas weiterzudenken, was noch nicht mal als physisches Modell existiert, nur futzelig klein im Hintergrund vorüberhuschte und eigentlich nur ein Haufen Polygone und Pixel auf dem Fernsehbildschirm war, sich da hinein zu phantasieren und im Geiste zu begehen und anzufassen. Vergleichbar ist diese Manie nur mit dem Zauber, den man als Kind erlebt, wenn man mit einem Modellauto, Kaufmannsladen oder alten Puppenhaus spielt – zumindest ich wollte da immer reinkriechen, drin wohnen und verweilen.
Jetzt stell ich mir nur die Frage: Was mach ich als nächstes? Mal was komplett eigenes? Warum eigentlich nicht...!?

Quelle Screenshots: http://www.ex-astris-scientia.org/

(D.P.)

Dienstag, 17. Dezember 2013

Schlüpfrig & obszön. [10]

Da war doch noch was...

Tja, ja – lang ist's her, als an dieser versteckten Ecke des Internets etwas gepostet wurde, was die nicht wirklich abschreckende Altersabfrage rechtfertigen würde. Und somit drängen sich (ungeachtet der besinnlichen Weihnachtszeit) als schlüpfrig oder gar obszön empfundene Darstellungen förmlich auf, veröffentlicht zu werden! Da die Auswahl an entsprechend geeigentem Material ähnlichen Stils langsam kleiner wird, kommt es hoffentlich nicht zu Dopplungen mit bereits vergangenen "Schlüpfrig & obszön."-Posts und ich kann das Publikum bei Laune halten?!
Links ist da, wo der Daumen rechts ist.

Das hier und jetzt gepostete Bilderzeugnis hängt wie so viele meiner "Werke" gerahmt bei S.V. an der Wand herum und harrt der gelegentlichen Betrachtung im Original. Gewohnheitsmäßig in Kugelschreibertechnik und mittels Fineliner aufs Tonpapier gezaubert, ist eine Zweiteilung des Bildaufbaus zu bemerken. Zum Zeitpunkt der Herstellung war das so ein kleiner Spleen meinerseits, der aber bald ausgereizt war, da dieser fixe Ideengaul schon zu Tode galoppiert war, bevor er das Ziel erreicht hatte. Inhaltlich leg ich mich – wie immer – nicht fest, was das bedeuten könnte, was man sieht. So soll doch jede/jeder selber spekulieren, was des Obskuren Kern ist. 

(D.P.)

Samstag, 14. Dezember 2013

Advent – der dritte Streich!

...aber nicht die Finger verbrennen!

Nützliche Dinge werfen künstliche Schatten voraus!

Jeder kennt das: man macht sich daran in der Kälte der Vorweihnachtszeit (und danach) draußen oder drinnen ein heißes Getränk aus extra zur Verfügung gestellten Plastikbechern zu schlürfen, um sich ordentlich Herz und Leib innerlich zu erwärmen. Und dann hält man diese unansehnlichen kleinen Einweg-Plastikbecher in der kalten Hand und kommt vom kalten Regen in die brühend heiße Traufe. Denn das servil servierte Heißgetränk schwappt dampfend im dünnwandigen Trinkgefäß herum, droht perfide siedend die Finger zu kasteien, man versucht sich in artistischen Handverrenkungen, sucht verzweifelt einen Tisch zum Abstellen oder man wünscht sich Handschuhe aus Asbest! Da Asbest aber auf der Liste der artbedrohenden Stoffe steht und nur schlecht abbaubar ist, bieten wir die passende Alternative an, um nicht nur (hoffentlich) verbrühungssicher sondern auch verspielt-stilvoll diese prekären Klippen der Gastlichkeit und des siedenden Genusses zu umgehen: die Trinkbechermanschette mit Weihnachtsmanngesicht!

So und nicht anders...!
Der Heißgetränke liebende Bastelfreund/-freundin muss die unten stehenden Grafiken einfach aufrufen, dann mittels Rechtsklick die Grafik anzeigen lassen, die JPGs auf seiner Festplatte speichern und auf stabilerem Papier oder dünner Pappe im DIN-A4-Format farbig ausdrucken. Anschließend wie markiert mittels Schere ausschneiden, den Schneidling etwas vorformend rollen, an den Markierungen wie dargestellt knicken und die Klebestellen gut zusammendrückend verleimen – anschließend Becher (0,2 Liter / Ø 7cm) oben rein und ein dreifaches Prost auf die geduldigen Handarbeitskünste!
Blatt 1

Blatt 2



(S.V. & D.P.)

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Es steigt der Nebel...

...lautlos und dumpf.
Land unter!

Eben noch strahlender Sonnenschein und urplötzlich, mit dem Versinken der Sonne war er da: der Nebel! Ja, da kommt Stimmung auf und die Lust auf alte, kunstnebelverhangene, englische Hammer-Studio-Horrorfilme in Kombination mit einer süßen Stulle, einer bequemen Couch und einem Heißgetränk! 

(D.P.)

Samstag, 7. Dezember 2013

Advent – der zweite Streich!

Schnippeldi Schnappeldi Dum!

Auch zum zweiten Advent gibts ordentlich was für die ruhelosen Fingerchen zu tun: Scherenschnitte zum Hinhängen, für Fingerübungen und zum Zeitvertreib!
Viele kennen ja diese fragilen Spielereien noch aus der Kinderzeit: man faltet ein Papierstück mehrfach im Zickzack und schneidet dann allerlei Motive in die papierne Fläche, um sich dann beim Wiederauseinanderfalten sich an wiederholenden Mustern zu erfreuen. 
Passenderweise haben wir hier und heute zwei Bögen vorbereitet, die/der kleine/große geneigte Adventsbastler wie gehabt via rechtsgeklicktem Grafik anzeigen downloaden und auf DIN A4 ausdrucken kann – zum Beispiel auf farbigem Papier o.Ä. Dann entlang der Markierungen die kreisrunden Vorlagen ausschneiden und falzen. Am Ende des Falzens sollte das Schneidmotiv oben liegen und jetzt heißt es geduldig mittels Schere und Bastelmesser alle grauen Flächen wegschneiden. Dann das Falzwerk entfalten und ggf. noch einen faden dranbinden – Fertig! 



Viel Spaß beim Schnippeln!

(S.V. & D.P.)

Samstag, 30. November 2013

Advent – der erste Streich!

Es werde Licht!

Die, die zur Adventszeit etwas Ruhe und Muße finden und sich auf analoge Handarbeit besinnen, kriegen wie schon im letzten Jahr etwas zu tun! Unser Adventsbasteln in vier Teilen beginnt zum 1. Advent mit einer brandheißen Sache: Teelicht-Banderolen! Eigentlich sind diese Teile ein alter und simpler Hut für das flammende Leuchtmittel, aber das Resultat ist prickelnd und erzeugt eine herzerwärmende Stimmung! 

Blatt 2.

Blatt 1.

Zur Herstellung einfach die hier dargestellten Grafiken via rechtsgeklicktem Grafik anzeigen und Grafik speichern unter aus der Fischplan-Blogseite saugen und auf gutem Transparenz-Papier ausdrucken. Dann entlang der Markierungen ausschneiden, rollend zu einem Zylinder vorformen und dann entweder mit einem transparenten Klebeband an der Klebestelle fixieren und dann um ein brennendes Teelicht drapieren. 
Bei gedimmten Umgebungslicht kann sich der erschöpfte Bastler dann entspannt zurücklehnen, ein oder zwei Plätzchen verkosten und ein Tässchen Glühwein schlürfen – denn: Lassen Sie nie offenes Feuer unbeaufsichtigt! Es besteht Brandgefahr!


(S.V. & D.P.)

Freitag, 29. November 2013

Es ist bald wieder soweit…

Horcht, was kommt von draußen rein?

Der Advent dräut mit mächtig forschem Schritt und bringt Kälte mit! Und bevor es hier weiter geht mit weiteren albernen Reimen, die zu nichts führen, poste ich lieber Motive eines alternativen Gestaltungskonzepts für einen Kalender des Jahres 2014, der wegen seiner Anzüglichkeiten und Farblosigkeit in dieser Form nur an sehr erlesene Personen weitergereicht werden wird. Ich habe für dieses farblose Machwerk eine Vielzahl von teils uralten Skizzen verarbeitet und auf eine scharf kontrastierte Linie gebracht, um maximale Wirkung zu erzielen – die Hosen sollten an bleiben, aber das Herz könnte warm werden...

Warnhinweise wegen möglicher Jugendschutzverletzung müssen sich wieder lohnen!

Für alle anderen Interessenten gilt weiterhin das Angebot, den ganz offiziellen, sehr bunten, unglaublich schönen und einfach wunderbaren Planfisch-Kalender 2014 käuflich zu erwerben!
Interessenten klicken hier: http://www.fischplan.blogspot.de/2013/10/kahle-wande.html

(D.P.)

Dienstag, 19. November 2013

Ins Dunkle hinein...

Star Trek Into Darkness – oder: Kronos schreibt man mit 'Qu'...!

Ich habe es getan! Ich habe mir den letzten Star Trek-Kinofilm angesehen. Auf DVD. Ganz oldschoolig in 2D – kaum zu fassen!? Jedwede Erwartungshaltung versuchte ich ja im Vornherein gedämpft zu halten, um mir ein möglichst objektives Bild vom bewegten Bild machen zu können.
Doch der Reihe nach: Gewappnet mit etwas Knabberkram, süß brausendem Gesöff und etwas Aufregung schob ich den geliehenen runden Silberling in den Schacht des Laufwerks und ließ mich mitnehmen auf eine weitere Reise ins renovierte, neuaufgelegte Star-Trek-Universum – Home-Cinema-Feeling 2.0! Eins vorweg: Früher war mehr Lametta...äh, Extras...! Warum wird bei so vielen DVD-Veröffentlichungen so mit Extras gespart, die dem Blueray-Player-Besitzer dem entgegen nur so massereich und ungezügelt ins Rektum geschoben werden? Ein Schelm, wer Böses oder an Verkaufsförderung dabei denkt.

Hinweise auf zweidimensionale Denkstrukturen...!?

Doch zurück zum Thema...
Wie oben schon erwähnt, versuchte ich mich mit Vorverurteilungen zurückzuhalten und mich unvoreingenommen mit diesem Film zu befassen. Und ja, ich wurde unter dieser Voraussetzung sehr gut unterhalten. Denn lässt man alles beiseite, was man bisher zum Thema Star Trek konsumiert hatte, bekommt man einen temporeichen, spannenden und vor allem nett anzusehenden Film zu sehen. Schaltet man als früh und stark Startrekgeschädigter jedoch den Gedächtnis- und Erfahrungsfilter ein, dann kann man sich dem Eindruck nicht erwehren, daß das Gesehene eher Star Wars oder was anderes war – eben nur nicht Star Trek...
Der Raum ist eh gekrümmt...

Bösewichtel!
Optisch wird jedenfalls ein Effektfeuerwerk abgefeuert, wie man es sonst eben nur aus Star Wars kannte – ohne Rücksicht auf Verluste für die Sinne des Betrachters. Größer, schneller, schriller und lauter scheint die Devise gelautet zu haben, als es an die Umsetzung des für meinen Geschmack allzu konstruierten Drehbuchs ging. Zentral ist bei all dem Trubel der Gegenspieler – denn dieser ist Dreh- und Angelpunkt der Handlung. Schon im Vorfeld munkelten Gerüchte durch die einschlägigen Portale, daß es wohl auf Khan Noonian Singh als Schurken herauslaufen würde, da dieser ja der beliebteste der Gegenspieler aus früheren, gemächlicheren ST-Zeiten war. Und Khaaaaaaaaaaan! ist tatsächlich der Hauptbösewicht des Films geworden. Aber warum ist der plötzlich kein Inder mehr? Nicht daß Ricardo Montalban Inder gewesen wäre – aber er machte zumindest den entsprechenden Eindruck und gab dem genetisch verbesserten, zwischendurch eingefrorenen, zufällig aufgetauten Kriegstreiber zumindest äußerlich die finster-zwielichtige Miene vom Subkontinent. Benedict Cumberbatch dagegen spielt herrlich reduziert und man nimmt ihm durchaus die Rolle des machtgeilen Rachegetriebenen ab, wenn er nur nicht Khaaaaaaaaan! sein würde. Hätte er nicht weiter dieser Allerwelts-John Harrison bleiben können? Das Böse ansich ist doch vielmals viel banaler, als man es sich vorstellen könnte. Seine Auftraggeber scheinen (ich spekuliere mal ordentlich) also einen schauerlichen Faible für kosmetische Korrekturen gehabt zu haben, was hier und gleich schon auf die vielen "Inkonsistenzen" verweisen soll, die dem urigen Star-Trek-Fan bitter aufstoßen:
Khaaaaaaaaaaaan! war doch Inder? Warum sieht der dann so britisch aus? Warum ist sein Charakter so anders, als der, der in der alten Serie aus der schrottreifen Botany Bay geholt wurde? Wie kann ein 200 Jahre schockgefrorener Stinkstiefel in der Lage sein, ein technologisch so fortschrittliches Riesenraumschiff zu konstruieren? Fragen über Fragen – und da stellen sich (leider) noch mehr...
Persönlich empfand ich den durchtriebenen Admiral Marcus als den wahren und besseren Gegenspieler der durchgestylten Enterprise-Besatzung – auch wenn der ein recht kopfschmerzhaftes Ende fand. Denn dieser Feind kam aus den eigenen Reihen: ein angesehenes Mitglied der uniformierten Gesellschaft mit Hang zum Größenwahn und pessimistisch-strategischem Denken. Betrachtet man diese Figur näher, fragt man sich irgendwann wirklich, warum Khaaaaaaan! unbedingt mit in die Story gefriemelt werden musste. Wollte man krampfhaft einen Verweis auf die Original-Serie einbauen? Wollte man die Fans verzücken? Traute man einer guten Idee nicht über den Weg? Fragen über Fragen – was ein chronisches Bild ist für diesen Film, sobald man ihn im Gesamtkontext aller bisherigen Star-Trek-Serien/-Filme betrachtet. Als vorläufiges Fazit bleibt der Eindruck, daß alles so wirkt, als hätte man alles passend gezogen, gepresst und gezwungen, damit es nur irgendwie passt und niemand zu sehr enttäuscht wird.

Hinweisschild: Hinweisschilder beachten!

Es wurden wiederholt Handlungen vollzogen...
Schaut man sich als Laie alle Star-Trek-Filme an, wird man sich des Eindrucks nicht erwehren können, daß in dieser schillernden Zukunft wohl akuter Personal- und Materialmangel herrschen muss. Irgendwas großes, böses, bedrohliches oder absurdes passiert und es gibt immer nur die jeweilige Enterprise, die mit ihrer situationsbedingt omnipotenten Besatzung alles wieder richtet. Die anderen Schiffe und Besatzungen der Sternenflotte scheinen entweder inkompetent, beurlaubt, reparaturbedürftig oder einfach woanders zu sein. Nur die Enterprise ist (mal wieder) das einzige Schiff der großen Flotte, was verfügbar ist – wie absurd. Und als ob dieser Vorzugsbonus auf frickelige Missionen nicht genügen würde, geht auch die kompromitierte Besatzung mit auf die gefährliche Reise, die bis zur klingonischen Heimatwelt und zurück bis hinter den Mond und in die Erdatmosphäre führt...noch absurder.
Ohne mich hier über die Handlung en Detail auszulassen, wende ich mich gleich den in meinen Augen allergrößten Blödsinnigkeiten in diesem Film zu und beginne am Anfang: die Enterprise unter Wasser...

Das muss das Boot abkönnen...

Rostfreier Stahl und andere Fragen.
Die Enterprise unter Wasser – ein schlechter Scherz, bei dem mir das Salzwasser das Lachen ersäuft. Wollte man nur Effekte heischend das Publikum verblüffen? Oder selbiges für dumm verkaufen? Mit langjähriger Sehpraxis aller Serien und Filme stellt sich gleich zu Filmbeginn die Frage, warum parken die ihr schickes Raumschiff unter Wasser? Hätte bei der primitiven Bevölkerung des eingangs gezeigten Planeten nicht ein üblicher Standardorbit gereicht? Bestand tatsächlich ein Zwang für die Nutzung der quietscheengen Badeanzüge? Setzen die bei Seewasserkontakt keinen Rost an? Und was ist die maximale Tauchtiefe eines Raumschiffs? Können Uboote fliegen?
Zieht man das sehr durchdachte Original-Konzept der allerersten Enterprise zu Rate, wird einem erstmal bewusst, welcher Irrsinn allein in den ersten 10 Minuten des Streifens herrscht. Die Enterprise war aus filmtechnischen (finanziellen) Gründen nie dafür gedacht, jede Woche auf einem anderen Planeten zu landen, geschweige denn Tauchgänge zu absolvieren. Für Landungen auf fremden Welten gab es die Idee des Transporters und zur Not eben das Konzept der Raumfähre, die den Landungstrupp ans Ziel bringen sollte. Und nur, weil man es dank modernster Computertechnik heute visualsieren kann, muss es doch nicht bedeuten, daß man dieses riesige, fragil wirkende Gebilde wie ein Jagdflugzeug durch die Luft wirbeln lässt?!
Vergleicht man unter diesen Voraussetzungen die konzeptuellen Herangehensweisen, beschleicht einen zunehmend der Gedanke, daß man tatsächlich alles so drehen und wenden wollte, daß ein Fehlverhalten seitens Kirk die Folge sein musste, als er tösend seine Enterprise auftauchen ließ um den glatten Spock zu helfen – der originalen Crew wäre das unter Verwendung des Standardorbits und Transporters nicht passiert!? 
Ein anderes auch für den Laien auffälliges Manko ist die Wiederholung von Effektszenarien, gemäß dem Motto "Was einmal gewirkt hat, wirkt nochmal". Schon in dem ST-Film von 2009 gab es Szenen, in denen handlungsbedingt mit Raumanzügen durchs All geflogen wurde und Szenen, in denen Teile des Personals nach Feindeinwirkung durch die geschlagenen Hüllenbrüche ins All geblasen wurden, um dort elendig zu verrecken. Selbige Szenarien finden sich nun auch wieder, nur in anderer Form. Ist denen nix mehr eingefallen? Braucht es das wirklich? Ich könnte die Liste meiner Einwände beliebig fortsetzen und mich hineinsteigern in die absurden Ideen, die alles, was bisher Star Trek war, ignorieren – und komme zu dem Standpunkt, daß die beiden letzten Filme nur eins sind: etwas Eigenständiges, nur losgelöst von dem zu betrachten, was man kannte – ansonsten macht das keinen Sinn.

Sendepause.

Kommt da noch was?
Star Trek lebte meiner Meinung nach stets von dem, was vor knapp 50 Jahren fürs Fernsehen geschaffen wurde. Und Star Trek gehört für mich nur bedingt auf die große Leinwand, sondern sollte wieder einen Platz haben im Fernsehen, um dort auch wieder eine, der Science-Fiction eigene, gesellschaftskritische Komponente zu entfalten, wie es früher mal war. Wünschenswert wäre darüber hinaus, daß es mal andere Facetten einer möglichen Zukunft zeigt, die nicht beherrscht wird von effektheischenden Szenarien sondern von einer intelligenteren und subtileren Herangehensweise an große Themen.

(D.P.)

P.S.: Das sollen Klingonen gewesen sein...?

Donnerstag, 7. November 2013

Planfisch-Kalender 2014: Making of. [12]

Januar: Wintermärchen
Der Winter unserer Zufriedenheit...
Als Herbst- und Winterkind freu ich mich immer sehr über die kalte Jahreszeit. Schnee und Eis, Kälte und Weiß – herrlich!
Und wie jeden Winter jage ich nach schönen neuen Motiven von Winterimpressionen: ob Details, Texturen oder klassische Großaufnahme – der Winter hat viele Gesichter. Ein anderer gemütlicher Aspekt der Winterzeit ist die Verlangsamung des Alltags. Wenn es still wird, die Straßen in pulvriges Weiß getaucht sind und nichts mehr geht, wird es nicht nur Zeit für heimelige Gefühle, sondern auch Zeit warm eingepackt auf Motivjagd zu gehen.
Und bevor es zu idyllisch wird, zurück zum Januar-Bild, das unsere Making-of-Beitragsserie abschließen soll:
Das Ursprungsbild dieses Motivs zeigt eine Schneeschicht, die schon leicht gefroren war. Dieses Bild habe ich nach längerem Schneefall im letzten Jahr aufgenommen, als mein Wohnzimmerfenster immer mehr zuschneite. Durch die Fensterscheibe konnte man die Schicht mit seinen filigranen und schimmernden Schnee- und Eisflocken sehr gut betrachten und mit der Kamera festhalten. Basierend auf dieser Aufnahme, die fast schon wie eine reale Winterlandschaft aussieht, habe ich weitere auf winterlich getrimmte grafische und fotografische Elemente einfließen lassen. Blickfang ist natürlich die nackte, zum Himmel aufblickende Frau. Wartet sie auf den Winter? Wartet sie darauf, er geht vorbei? Oder ist sie selbst zum Winter geworden? Es rieselt der Schnee...
Um diese heißkalte Weiblichkeit noch entrückter zu machen, verlieh ich ihr Flügel und ließ kahle Äste, Zweige und Gesträuch aus ihrem Körper wachsen. Das macht sie zu einer Winterfee, einer Märchenfigur, einer fernen, schemenhaften Gestalt, die weder Stiefel, Pulli oder Mütze braucht.

(S.V.)

Samstag, 2. November 2013

Planfisch-Kalender 2014: Making of. [11]

Februar: Vernissage noir.
Weibs-Bilder...

Es wird etwas morbide im Februar: Eine bleiche weibliche Gestalt, marode Tapete und seltsame Bilder an der Wand. Da kein Planfisch-Kalender ohne Handgezeichnetes von mir auskommen soll – soviel Eigenlob muss sein – prangt im Februar eine Zusammenstellung verschiedener Skizzenzeichnungen auf dem Kalenderblatt.
Zeichnen schult die Hand, fördert das Können, gleicht überhitzte Gemüter aus und lässt mich nur schwer wieder los, sobald ich damit angefangen habe. Früher lächelte ich in damals häufigen Anflügen jugendlicher Überheblichkeit immer über die mahnenden Worte, daß eine gute Skizze schon die halbe Arbeit ist und Gestaltungsprozesse ungemein beschleunigt. Heute weiß ich: das stimmt. Neben dem, was ich hochoffiziell mit Planfisch fabriziere, schwinge ich auch gern für mich im stillen Kämmerlein eine Anzahl überwiegend schwarztintiger Zeichenstifte und fülle seit ein paar Jahren Skizzenbücher – danke S.V. für diese praktische Alternative zur losen Blättersammlung vergangener Tage!
Wie oben abgebildet basiert das Februar-Bild auf Entwurfszeichnungen, die ich relativ zu anderen Skribbeleien detailreicher ausgeführt hatte und die in Richtung Vereinfachung des bisherigen Stils gehen – weg vom überladenen, bis in die letzte Ecke ausgefeilten Bild, hin zu einer etwas essenzielleren Darstellungsweise. Warum also nicht den nächsten Schritt tun und diese Bilder einer Bearbeitung zu unterziehen? So scannte ich die Skizzen ein, bereinigte Fehler, ergänzte via Photoshop Strukturen und Texturen, befreite die Figuren vom Hintergrund und packte sie in einen gemeinsamen Kontext, der unter dem gestelzt frankophonen Titel mit "Vernissage noir" gut zusammengefasst scheint. Wenn schon eine Ausstellung meiner privaten Machwerke wegen Zweifeln am eigenen Können, der Unlust mich erklären zu müssen und passender Gelegenheit auf sich warten lässt, dann nutze ich eben diesen eher symbolischen Weg, einen Einblick in mein Schaffen zu bieten.

(D.P.)

Dienstag, 29. Oktober 2013

Hello Halloween!

Süßes oder Saures!

Dreiaugengespräch!

Das Monatsende naht und der Herbst dräut bunt blättersträuend, sodaß es auch dem letzten klar wird: das Jahr geht seinem Ende entgegen! Und da diese Zeit gepflastert ist mit Feiertagen und Tagen zum Feiern, tun wir unser Bestes und steuern zur Reformationstags-Alternativveranstaltung Halloween eine kleine Bastelei bei: die "Dracula-Box" – klein, fein und bestens zum Verstauen von Süßem oder Saurem geeignet, falls das Nachbarskind sechshundertsechsundsechzig mal klingelt!
Wie geht's? Grafik herunterladen, mit dem heimischen Drucker auf stabilerem A4-Papier ausdrucken, wie markiert ausschneiden und falzen und dann mit Naschwerk und anderen Sachen bestücken! 

Blut! Blut Mutter! Überall Blut...!

Viel Spaß beim Basteln!

 Und weil das Farbenspiel, die Stimmung und die bunten Freuden des Herbstes eine Menge Motive bieten, hier noch ausgewählte photographische Eindrücke aus der blätterfärbenden Jahreszeit! :-)

(S.V.)

Fette Beute!
Flotter Sechser.
Der läuft und läuft und läuft...
Brummbrumm!


Montag, 28. Oktober 2013

Ausflüge in die Dreidimensionalität. [16]

Pach pa'h Pach pe'h…?!
Bevor die letzten beiden Teile des Planfisch-Kalender-Making-Ofs hier ihrer Veröffentlichung entgegensehen, ist es mal wieder Zeit für einen neuen und sicherlich auflockernden Ausflug in die Dreidimensionalität. Und es wird wieder mal spacig und ja, sogar diesmal außerirdisch!
Thema ist diesmal nämlich eine kleine klingonische Randnotiz aus dem Star-Trek-Universum: das "Klingonische Aufklärungsraumschiff" aus der Raumschiff-Enterprise-Episode "Im Namen des jungen Tiru" (OT: "Friday's Child").
In der unremasterten Episode erscheint in gelblichen Schimmer auf dem Brückenmonitor der Enterprise ein Schiff, welches davor und danach nie wieder gezeigt wurde. Dank der von mir sehr geschätzten Internetseite www.ex-astris-scientia.org (http://www.ex-astris-scientia.org/schematics/klingon_ships.htm) kann man einen näheren Blick auf dieses merkwürdige fiktive Flugobjekt werfen und sich als Freund unterhaltsamer Science Fiction seine Gedanken machen, wie das Teil genau ausgesehen haben könnte, bevor es dem gewohnten und oft gesehenen D7-Schlachtkreuzern in der Remastered-TOS-Version weichen musste? 


Jetzt beißt sich zwar die Silhuette mit dem, was man bisher als typisch klingonisch gezeigt bekam, bietet aber dennoch die Möglichkeit, die bewährten Stilelemente zu verwenden, um aus diesem K.F.O.(*) ein typisches Klingonenschiff zu basteln. Der Interpretationsspielraum ist dabei zwar begrenzt, die Formsprache vordefiniert, aber innerhalb ihrer Grenzen dennoch variabel genug, um sich auszutoben.
Grundlage für meine Interpretation des hier im Weiteren als "Scout 2260" bezeichneten Schiffchens war, wie schon oben erwähnt, eine Abbildung bei Ex-Astris-Scientia. Reizvoll war vorallem der Umstand, daß es bisher noch keine Interpretationen diese Objekts gegeben hatte und ich "Neuland" betreten konnte...
Doch zurück zum Thema und weg vom stinkigen Eigenlob: Was die Seitenansicht betraf, gab es also schon eine konkrete Vorgabe, was Winkel, Flächen und Richtung betraf. Eine grobe Skizze gab dem Ganzen dann eine dreidimensionale Form: die abgewinkelte Linie wird zu den typischen Flügeln/Tragflächen, die größere Fläche wird zum zentralen Rumpfaufbau und dieser abgewinkelte "Griff" daran mutiert zu zwei nutzbringenden, antennenartigen Gebilden – schließlich handelt es sich um einen Aufklärer.

Ein Plan ist eben Alles!
Mittels leidigem SketchUp-Programm konnte ich anschließend dem Scout 2260 Flügel wachsen lassen. Die grobe Grundform ließ sich dann relativ einfach um typisch klingonische, grobschlächtig wirkende Designelemente erweitern. In ihrer förmlich reduzierten Schlichtheit erinnert das Teil an den D7, Details und Schnickschnack gemahnen dann wiederum an die dynamischer wirkenden Raubvögel. Besonderen Wert legte ich auf bestimmte Details, die fast jedem bisherigen Klingonenschiff gemein sind: Disruptor-Kanonen an den Tragflächen, ein dominantes Photonentorpedomündungsrohr im Bug, dieses an einen Vogel erinnernde Flügeldesign und die dreieckigen Musterungen der Oberflächen. Die Größe des Scout 2260 habe ich im Verhältnis zur Enterprise recht klein gehalten (sic!) – es ist eben nur ein Aufklärer und kein dicker Brummer.
Und bevor es (wie zu oft) zu schwafelig wird, lasse ich skizzenhafte Bilder sprechen und meine Interpretation dieses kleinen einmaligen Stückes klingonischer Hardware fliegen!
In diesem Sinne: Qapla'!

(*) Klingonisches Flug-Objekt

Bis in die letzte Ecke dreckfrei dank Handstaubsauger!

Origami.

Friedenstaube war gestern...

"Schatz, habe ich einen fetten Arsch...?!"


(D.P.)

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Kahle Wände...?

Kräftig Nageln!

Penetrant wie wir in eigener Sache sind, haben wir in der letzten Zeit kräftig die Werbetrommel gerührt, um unseren neuen Planfisch-Kalender für 2014 an die geneigte Frau und Mann zu kriegen. Abseits der leidigen Diskussionen, ob sich über Kunst streiten ließe oder nicht, trommeln wir laut weiter und spinnen ein illustres Netz aussagekräftiger Argumente, warum man sich das gute Stück für unverschämt gerechtfertigte 19,95€ an die Wand nageln sollte:
  1. Kahle Wände sind nicht mehr kahl!
  2. Zeigt das Datum an!
  3. Füttert zwei hungrige Grafikmünder!
  4. Provoziert interessierte Blicke!
  5. Erregt in vielerlei Hinsicht!
  6. Verleitet zu Diskussionen über den Wert von Arbeit!
Geiz ist nicht geil – dieser Kalender schon!

Für weitere konstruktive Argumente sind wir offen und nehmen solange der Vorrat reicht, Bestellungen entgegen! Denn: Es gilt schnell zu sein – es gibt nur 30 Stück!

(S.V. & D.P.)

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Planfisch-Kalender 2014: Making of. [10]

Mai: Mechasquito

Was summt denn da...?

Es ist wieder Zeit: Bastelstunde! Für meinen Bruder als Geschenk einstmals konstruiert und dann wieder fast in Vergessenheit geraten: das Kücheninsekt. Wie ich nach all der Zeit finde, immernoch zeitlos, originell und schick, besteht dieser überdimensionale Brummer aus allerlei Küchen- und Alltagsutensilien und leuchtet sogar dank der integrierten Lampe.
Teeschnapper dienten mir als Augen, eine Reiskochkugel (oder war das mal eine Salatschleuder?) formte den Körper, Regenschirmgelenke bildeten sie Beine und eine massive Holzschraube als Saugstachel vervollständigten das Gebilde. Eine alte, ausgediente UFO-Lampe, die mir nicht mehr gefiel, war dann der Teilespender für die Innenbeleuchtung: denn dieses Leuchtmittel drehte sich und wechselte die Farben und verlieh dem metallenen Rieseninsekt genau den letzten Schliff. Zusammengehalten wird der Krabbler von Schrauben und Nieten.
Eine normale Fliegenklatsche würde nicht mehr ausreichen...

Und weil diese extravagante Insektenleuchte weitestgehend unbeachtet in der Wohnung meines Bruders herumvegetierte, lag es nahe, sie einem breiteren Publikum vorzustellen. Ich legte bei der Fotografie Wert auf die feinen Details und eine recht strenge Symmetrie der Darstellung, die noch verstärkt wird durch die Weißfärbung des Hintergrunds. Als kleinen lebendigen Kontrapunkt zum Mechanischen montierte ich noch das Bild einer echten Mücke hinzu um auch den Bogen zu schlagen hin zur vorbildgebenden Natur. Das bildete letztlich einen guten Kontrast (Größenkontrast und kunstphilosphischer Kontrast, wenn man so will) und schließt für den Betrachter den Kreis zwischen hausgemachter Biomechanik und tatsächlichem Leben, wie es summt und Blut saugt!

(S.V.)

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Planfisch-Kalender 2014: Making of. [9]

Juni: Sphære

"Fasten your seatbelts, please..."
Die fast unendlichen Weiten des Weltalls, fremde Welten und eine unerschöpfliche Fantasie sind der Stoff, aus der so manche Science-Fiction-Geschichte gestrickt wird. Nicht erst seit Raumpatrouille, dem Raumschiff Enterprise, der Krieg-der-Sterne-Reihe oder anderen Fernseh- und Filmklassikern des Genres und den unzähligen literarischen Ausschmückungen einer mehr oder weniger wissenschaftlich basierten Märchenwelt von Morgen oder Überübermorgen, begeistern utopische Themen Menschen auf der ganzen Welt. Mit dem Kalenderbild im Juni schlage ich eine weitere Kerbe ins futuristische Holz und lade ein in die Sphære.
Was solln das sein...? Eine rhetorisch an mich und das Publikum gestellte Frage, die ich im folgenden gewürzt mit Darstellungen der Bildproduktion gern beantworte.
Im Mittelpunkt des Juni-Bildes stehen – oder besser gesagt fliegen – zwei ihr Hinterteil dem Betrachter zuwendende Objekte einer merkwürdig strukturierten Wand entgegen, die scheinbar von Wolken bedeckt ist – wir sind inmitten einer Dyson-Sphäre. Eine Dyson-Sphäre ist eine hypothetische Konstruktion zur vollständigen Nutzung der Energie eines Sterns, die diesen komplett kugelförmig umhüllen würde. Der Physiker/Mathematiker Freeman Dyson gilt als der erste, der diese Möglichkeit der stellaren Großbebauung nach Konsum einschlägiger Science-Fiction-Literatur wissenschaftlich ausformulierte und so dem Ganzen seinen Namen aufdrückte um der Suche nach außerirdischen höchstentwickelten Leben neue Impulse.
Auf unser Sonnensystem gemünzt, müsste man sich irgendwie vorstellen, daß die Sonne als unser Zentralgestirn von einer hohlen künstlichen Kugelkonstruktion mit einem Durchmesser von satten 299.200.000 km (2 mal Erdbahnradius) eingehüllt wäre. Ein Lichtsignal würde mit seiner nicht gerade geringen Rasanz von 300.000 km/s grob überschlagen langwierige 17 Minuten benötigen, um diesen Durchmesser einmal zu durchlaufen. Oder abgekürzt formuliert: eine solche Sphäre wäre sehr, sehr groß.
Nun reizt ja gerade die weitergesponnene Idee, sich im Innern einer solchen Sphäre anzusiedeln: täglich scheint die Sonne 24 Stunden am Tag (sic!), es gäbe reichlich Platz (etwa die 200 millionenfache Erdoberfläche), es existiert kein Horizont mehr, da die Oberfläche sich weitgestreckt nach oben biegt und Solarstrom wäre naheliegenderweise so günstig, daß die Energiewende absolut kein Thema mehr wäre. Aber um es mit den Worten Dysons zu sagen: "Das war eigentlich ganz unterhaltsam. Es ist zwar alles Unsinn, aber gutes Kino."
Größenwahnsinn ist nicht heilbar.

Denn nicht nur ewiger Sonnenschein würden irgendwann selbst das größte Sommersonnenglückskind nerven, sondern auch die Anziehungskraft und tödlichen Strahlungen der Sonne würden für Trübsinn und Sonnenbrand sorgen. Ganz davon abgesehen, wäre der Materialaufwand und die Anforderungen an eben jenes nach heutigen Maßstäben unvorstellbar und die Ansiedlung auf der Außenseite eher eine Vorstellung die einen schon gedanklich erfrieren ließe. Und deshalb träumte ich Gegenargumente am Wegesrand liegen lassend weiter, leicht von Comicstil und Schludrigkeit angehaucht, den Traum von der innen bewohnbaren Dyson-Sphære. Welch unendlichen Möglichkeiten sich da spönnen, frei von der unwirtlichen Dunkelheit des restlichen Alls – man könnte die Ewigkeit durchwandern und braucht sein Sonnensystem noch nicht mal zu verlassen....aber ich schweife ab.

Mehr zum wahrhaft utopischen Wahrheitsgehalt der Dyson-Sphäre hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Dyson-Sphäre

Bei der Umsetzung des Bildes griff ich auf ein ursprünglich relativ komplexes SketchUp-3D-Modell eines selbsterdachten Fluggeräts zurück, welches noch ungenutzt auf meiner Festplatte einer besonderen Verwendung harrend herumlungerte und mich durch seine asymmetrische Konstruktion bestach. Mittels verschiedener 2D-Bildexporte fügte ich zwei verschiedene Ansichten via Photoshop ineinander, schraubte kräftig an den Konturen und Details, schob letztlich statt des sonst üblichen Sternenmeers eine stark bearbeitete, nachstrukturierte Textur samt weißen Wolkengebilden als Hintergrund ein, kreiierte die Illusion von gewölbter Räumlichkeit und war letztlich recht zufrieden. Und bevor es zu rethorischen Kursabweichungen und Blindflug kommt, wünsche ich weiterhin guten Flug!

(D.P.)

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Αὐτοῦ γὰρ καὶ Ῥόδος καὶ πήδημα!

Einfach nur blau...

Hic Rhodus, hic salta! 
Das Jahr vergeht, die Zeit rennt, die Arbeit häuft sich mal und mal flieht sie – oder auch anders herum. Das Jahr sah auch Regen, es schaute Fluten, es blickte einen langen Winter und kurzen Sommer. Und das Jahr weckte Sehnsucht nach erholsamer Luftveränderung und fremden Eindrücken! Und so verschlug es den hier Schreibenden in die Ferne – nach Rhodos. Und da ich nicht mit den üblichen Reiseberichten glänzen will, lass ich nur meine Eindrücke Revue passieren, um ein Bild zu malen von dem, was dieser Urlaub war...nämlich einfach schön!

Die Fluglotsen streikten nicht!

Your Captain's speaking...!
Schon beim Aussteigen aus dem zielbringenden Thrombose-Bomber wurde mir gewahr, daß hier eine knappe Woche voller Wärme, Sonne und Wohlbehagen beginnen würde. Es war zwar Abends, die Kofferbeschaffung angesichts der Menschenmenge schwierig, doch letztlich saß man im Bus, der zur Unterkunft transferierte. Schon vom letzten Jahr war ich erstaunt über die legere Fahrweise des Lenkers – jedoch nicht mehr so leicht verängstigt. So fahren sie eben hier und schließlich kam man auch ans Ziel.

Onassis lässt grüßen.

Niveau und andere Crèmes.
Niveauvoll geht die Welt zu Grunde – frei nach dieser Devise war dann auch das Hotel: die Architektur modern, das Interieur elegant, das Rezeptionspersonal zuvorkommend, das Begrüßungsgetränk süffig, der Kofferträger charmant und das Zimmer geleckt und sauber. Und da es schon spät war, blieb an diesem ersten Abend nur noch der Gang zum Abend-Buffet. Nichts geht über ein reichhaltiges Abendessen unter freiem Himmel mit einer illustren, kaum beschreibbaren Auswahl vorzüglicher Vor-, Haupt- und Nachspeisen. Da wollte Etikette gezeigt sein und die gelernten Anständigkeiten wurden bemüht, um die dargebotenen Genüsse kleckerfrei genießen zu können.

Es duftet nach mehr Meer!

Wasser ist nicht gleich Wasser.
Pool oder Meer, das ist hier keine Frage! Denn der Hauptgrund für diese Reise war die Erholung und das Aufsaugen der fremden Atmosphäre. Wozu dann eigentlich in den chlorwässrigen Pool steigen, wenn das Meer noch wohltemperiert lockte? Zwar quälte der teilweise kieselig-steinige Strand die Füße, aber der Koffer-Boy hatte mit seinem Spruch "…still a little bit warm!" Recht behalten: der Einstieg ins laue Nass geriet frei von erstarrendem Temperaturschock und schmeckte nach Mehr...
Auch viel mehr gab es von der Sonne zu sehen: diese schien von früh bis abends, wurde zwischendurch von kleineren Wolken getrübt und strahlte direkt ins Herz. Die Sonnencrème schmolz dabei schnell fließend auf der Haut und mischte sich mit dem Salz des Meeres und des Schweißes. Viele dicke, ein paar ganz fette, dann wieder normale und sporadisch ganz dünne und beängstigend dünne Menschen lagen und lümmelten herum, grillten entweder direkt der Strahlung ausgesetzt vor sich hin, oder suchten Schutz unter den korbgeflochtenen Sonnenschirmen. Doch auch in dieser idyllischen, beinahe archaisch anmutenden Szenerie der kollektiven Anbetung des Zentralgestirns fielen sie auf...
Sie, das waren die Jünger des mobilen Internets. Mit Tablet-Computer und smartem Taschentelefon gewappnet trifft man diese Mitmenschen auch dort, wo das Mitführen fortschrittlicher elektronischer Endgeräte eher grotesk wirkt. Es wurde wild auf Glasflächen gewischt, gymnastisch verrenkt Netz gesucht, intensiv Datenpakete runtergeladen und anderer selbstgeißelnder Schabernack getrieben. Im Vergleich dazu wirkte ich mit einer ordinären Zeitschrift, die man noch mit den greifenden Fingern umblättern muss, fast wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Immerhin bleibt ein Spiegel-Magazin auch sonnenmilchdurchtränkt, versandet und meerwasserfeucht noch vollkommen betriebsfähig und muss auch nicht aufgeladen werden...Wahnsinn.

Die Wacht am Rhein auf Rhodos.

Pflichtprogramm.
Geschichtsträchtigkeit ist gerade in Griechenland und auf den vielen griechischen Inseln etwas, womit gefühlt jeder Quadratmeter dort schwanger geht. Wo man steht und geht und fährt gibt es etwas zu sehen, was mal glanzvoller, mal trist von den großen Vergangenheiten kündet, von denen zu lesen sich unsere Geschichtsbücher biegen. Die Griechen selbst müssen damit leben. Aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang schon eine Fahrt mit dem öffentlichen Personen- und Touristennahverkehr. Da reihen sich am Straßenrand die mit teils zweifelhaftem modernen Geschmack dahingeziegelten, mediterranen Architekturperlen neueren Datums ein in ein Ensemble subtil zugemüllter Grünflächen und rudimentär-ruinösen Überbleibseln aus drei Jahrtausenden belegbarer Geschichte. Zwar prangt an mancher wegesrandiger Säule eine Plakette, die auf die kulturhistorische Relevanz des jeweiligen Fragments hinweist, doch bleibt es den Einheimischen überlassen, sich damit zu arrangieren. Und das gelingt mit einer für deutsche Verhältnisse erfrischend ungewohnten, leichten Gelassenheit, daß all die Ehrfurcht vor dem toten Steinwerk wieder auf ein menschliches Maß herunterrelativiert wird. 

Gyroskopie.

Da es auf Rhodos nur eine große Stadt gleichen Namens gibt, in der nach Aussage der alerten und vom Namen nach omnipräsenten Reiseleiterin die Hälfte der Inselbewohner wohnen, war diese Metropole natürlich das Primärziel von Exkursionen, um den hellenistisch-urbanen Lebensraum einer näherer Betrachtung zu unterziehen. Geteilt in eine Alt- und eine Neustadt und Vororte ist Rhodos ein großes Labyrinth. Orientierung bieten nur die mittelalterlichen Mauern der Altstadt, der Sonnenstand und freundliche Eingeborene.
Die ummauerte Altstadt selbst ist noch labyrinthischer. Nachdem die Festungsmauern mit den aufdringlichen Schuhputzern und Bettelkindern hinter einem lagen und man drin war (die Osmanen hatten es früher viel schwerer), wurden die Gassen immer winkeliger, verzweigten sich in noch kleinere Seitengassen und man hatte den Eindruck, hinter der nächsten Ecke werden diese verschachtelten Querungen noch putziger. Absurderweise hielt weder diese beengte Bebauung noch das stoppelige aber musterreiche Pflaster den wagemutigen Motorollerfahrer davon ab, sich seinen Weg durchs Touristengetümmel zu suchen. Endgültig verwirrt war ich dann, als auch noch ein großes Taxi sich durch die klammen Straßenschluchten fuhr. Wie zum Henker ist der überhaupt um die scharfen Kurven gekommen? Und wie kommt der mit der Karosse wieder raus?
Nachdem ich mir diese und andere Fragen stellte (Die Wohnen tatsächlich hier in diesen gewölbigen, winkeligen Gemäuern...?), fand ich besonders diesen architektonischen und kulturellen Mischmasch innerhalb der alten Mauern interessant. Scheinbar hinterließ jeder, der über diese Insel nur eine Weile herrschte seinen unverkennbaren Fingerabdruck. So türmten sich Minarette auf, kleine Kapellen aller christlicher Konfessionen säumten die von schrill-bunten Geschäften verkleideten Wege und hier und da konnte man auch mal einen Blick auf die hintergründige Ursprungsarchitektur werfen, sofern sie nicht vernagelt war mit den Dekorationen zeitgenössischer Konsumeinladung und Touristenfallenstellerei. An größeren Plätzen konnte man sich dann noch von den Aufforderungen der Restaurant- und Imbisseinweiser berieseln lassen. Mit traumwandlerischer Sicherheit erkannten diese Menschenkenner die mögliche Herkunft des Vorbeidefilierenden und fragten lautstark nach, ob man nicht doch mal Lust gehabt habe, das eine oder andere zu verspeisen. Nein danke, sorry, excuse moi – das reichhaltige Frühstück hält noch vor!

Kulturprogramm.

Fali..Faliraki...wie...?
Dort sieht es so aus, wie es der Name suggeriert. Bunt, schrill, kulissenhaft und nachts sicherlich besonders laut und lustig. Faliraki ist eigentlich – so kam es mir zumindest vor – nur eine wild zusammengewürfelte Ansammlung von Ladengeschäften, Imbissen, Wechselstuben, Strip-Bars und Restaurants entlang eines Straßenbogens.
Hat man eine Straße gesehen, kennt man den Rest. Immerhin, wenn man lange sucht, wird man(n) und vor allem frau fündig und kann das eine oder andere exquisit-exotische, runtergefeilschte Schnäppchen erwerben, was hierzulande niemand hat. Den prägendsten Eindruck hinterließ ein sonnengegerbter Grieche, der an seinem Straßenstand auf einem Hocker saß und wie ein leicht verzerrtes, aber dadurch viel realistischer wirkendes Abbild eines zerzausten Zeus wirkte. Mit erhobenem Zeigefinger wies er laut tönend auf seine Ware (Schwämme) und war dabei mit nicht weniger beschurzt als einer Badehose...ein Bild für die Götter!
  
Ab 22.00Uhr auch mit oben ohne!

Katzen!
Der Hirsch ist das Wappentier von Rhodos. Aber durchstreift man die Inselhauptstadt oder die kleineren Ortschaften, dann sind es die vielen Katzen, denen dieses Amt eigentlich gebühren würde. Kaum ein Geschäft der oberen Altstadt konnte keinen kleinen Stubentiger sein eigen nennen, keine kleine Gasse war frei von sich lümmelnden Miezen...große, kleine, bunte, einfarbige und auch versehrte Mäusejäger...miau...zum mitnehmen putzig!

νιαούρισμα!

Fremdenverkehr.
Es scheint merkwürdig, vergleicht man die Fahrweisen zweier Länder miteinander, aber für mich als passionierten Fuß-, Bus-, Straßenbahn- und Fahrradnutzer war es schon auffällig, wie sehr sich die Kfz-Lenker auf Rhodos von denen unterschieden, wie sie bei uns hier herumgeistern.
Die Fahrzeugtypen der eingeborenen Straßennutzer sind im Gegensatz zu denen der solventeren Mietfahrzeugtouristen überwiegend klein bis kompakt, sehen oftmals ramponiert aus, zeugen von intensiver Nutzung als Transportvehikel für echte Sachen und weniger für Egos und werden unhektisch mit einer Tendenz zum geordneten Chaos durch die Straßen gezirkelt. Betritt man als fußgängelnder Tourist die zum Teil zebragestreiften Straßenübergänge, kommt wie von Zauberhand der schier unaufhörlich vorbeikriechende Blechwurm zum stehen und man kann sicher passieren. Und das ohne Ampel! Am Anfang fiel dieses Vabanque-Spiel noch schwer – später vertraute ich auf die orthodoxe Gottesfürchtigkeit der Griechen auch dem urlaubenden Kreatur gegenüber. In Deutschland würde ich das allerdings nicht probieren wollen. Ich höre sie nämlich schon hupen und wütend keifen...

Kontrastprogramm.

Bonjour Tristesse!
Irgendwann kommt der Tag, da man die elysischen Sphären verlassen muss und sich wieder aufmacht, die Heimat wiederzusehen. Und dieser Tag kam nach knapp einer Woche. Noch ein paar mal den Leib ins Meer getaucht, noch einmal das üppige Buffet genossen, noch einmal geschlafen – und da ging es schon wieder zurück. Nach Kofferaufgabe, Leibesvisitation und leichtem Seufzen wurde man auch gewahr, daß man sich schon fast wieder zu Hause befindet: es schallten haarstreubend einfältige, dialektschwanger vorgetragene Idiotismen aus dem zugewiesenen Wartebereich herüber und man wusste, wohin die Reise geht. Denn da standen sie: die sächsischen Dietmars mit ihren angeheirateten Sieglinden, die mitteldeutschen Ricos mit ihren Jaquelinen und Justins. Jeder Schritt und Handgriff des griechischen Bodenpersonals wurde von jenen leider so bekannten Gestalten durch das Panoramafenster des Gates hochnotpeinlich beobachtet und jeder noch so kleine Fehlgriff mit herrenmenschlichen Bemerkungen kommentiert – selektive Schleudersitze, wo seid ihr!?
Über den Wolken war es dann wieder schöner. Blau erstrahlte die Atmosphäre, die Wolken schäfchengleich in weiß gehüllt darunter und erst im mitteleuropäischen Luftraum trübte sich die Wolkenschicht zu einer grauen Suppe. Und welch Kontrastprogramm am Boden: grau dominierte den Himmel, die Gesichter, die Gebäude. Und die 1. Klasse der Deutschen Bahn ist auch nicht mehr das, was sie vorgibt zu sein. Schön war's...!

(D.P.)